6. Spontanpartus oder elective Re-Sectio nach vorausgegangenem Kaiserschnitt.
Nach vorausgegangenem Kaiserschnitt strebten in der vorgelegten Studie 17.898 Frauen eine Spontangeburt an (Gruppe A) und 15.801 Frauen unterzogen sich einer elektiven Re-Sectio (wählten erneut einen Kaiserschnitt) (Gruppe B). Eine symptomatische Uterusruptur fand sich in 124 Fällen bei Gruppe A (0,7%). Eine hypoxisch-ischämische Enzephalopathie (HIE) fand sich in 12 Fällen in Gruppe A und in keinem Fall in Gruppe B (p<0,001). Sieben der Fälle von HIE traten bei Uterusruptur auf. Die Notwendigkeit von Hysterektomien war gleich bei beiden Gruppen (0,2 vs 0,3%), ebenso die rate mütterlicher Todesfälle (0,02 vs 0,04%). Das Auftreten von Endometritiden und die Notwendigkeit von Blutransfusionen war in Gruppe A höher als in Gruppe B (2,9 vs 1.8% und 1,7 vs 1,0%). Spontanpartus nach Sectio birgt ein höheres perinatales Risiko als eine elektive Re-Sectio. Obwohl das Risiko insgesamt gering ist, bedarf es jedoch einer Beratung der Frauen hinsichtlich des Risikos.
Literatur
Landon MB, Hauth JC, Leveno KJ, Spong CY, Leindecker S, Varner MW, Moawad AH, Caritis SN, Harper M, Wapner RJ, Sorokin Y, Miodovnik M, Carpenter M, Peaceman AM, O'Sullivan MJ, Sibai B, Langer O, Thorp JM, Ramin SM, Mercer BM, Gabbe SG;
Maternal and perinatal outcomes associated with a trial of labor after prior cesarean delivery. N Engl J Med. 2004 Dec 16;351(25):2581-9. Epub 2004 Dec 14.