3. Metformin bei Clomiphen-refraktärem PCOS
Das polycystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist in Abwesenheit anderer endokriner Störungen (z.B. adrenaler Enzymdefekt) durch Hyperandrogenämie und Oligo-Amenorrhoe charakterisiert. Ungefähr 5% aller Frauen im reproduktionsfähigen Alter sind davon betroffen. Das Antiöstrogen Clomiphenzitrat gilt als Therapeutikum erster Wahl, um Ovulationen auszulösen und Schwangerschaften zu erzielen. Das PCOS ist häufig mit einer Hyperinsulinämie und Insulinresistenz assoziiert. Aus diesem Grund werden neuerlich zunehmend sog. ‚Insulin-Sensitizer‘ eingesetzt. Vorliegende Arbeit überprüft den Einsatz von Metformin bei Clomiphen-refraktären Frauen mit PCOS in einer placebo-kontrollierten Doppeltblind-Studie. Gruppe I erhielt über zwei Zyklen Metformin (2 x 850 mg). Im zweiten Zyklus wurde Clomiphen zusätzlich verabreicht (100 mg von Tag 3 –7). Gruppe II erhielt statt Metformin Placebo (2xtäglich). Die Metformingabe resultierte in einer signifikanten Abnahme der Testosteron- und LH-Spiegel, des LH/FSH-Quotienten, der Insulinresistenz und des mittleren "Body-Mass-Index". In der Metfomin-Gruppe resultierte die Clomiphen-Gabe in höheren Ovulationsraten, in einem dickeren Endometrium und einer höheren kumulativen Schwangerschaftsrate. Erstaunlicherweise wurden diese positiven Effekte bereits nach einer kurzfristigen Gabe von Metformin erzielt.
Literatur
Kocak M, Caliskan E, Simsir C, Haberal A. (2002)
Metformin therapy improves ovulatory rates, cervical scores, and pregnancy rates in clomiphene citrate-resistant women with polycystic ovary syndrome. Fertil Steril. 77:101-106
4. Down-Syndrom und reduzierte ovarielle Reserve
Das Alter der Eltern ist der wesentliche ätiologische Faktor bei der Bildung von Trisomien beim Menschen. Daten zur Trisomie lassen vermuten, daß die meisten Fälle von Aneuploidie während der Meiose I der Oogenese entstehen und eine Abhängigkeit vom mütterlichen Alter zeigen. Die Trisomie 18 ist insofern einzigartig, als sie in den meisten Fällen von Irrtümern der maternalen Meiose II herrührt. Das überzählige Geschlechtschromosom bei 47, XXY beruht auf einem Fehler der paternalen Meiose I.
Bei Frauen mit der Geburt eines Kindes mit Down-Syndrom in der Anamnese (n=118; mittleres Alter: 33,8 Jahre) fand sich eine signifikante inverse Korrelation zwischen der höchsten basalen FSH- und Inhibin B-Konzentration im Blut im Vergleich zu Kontrollen ohne diese Vorgeschichte (n=102; mittleres Alter: 34,2 Jahre). Diese Daten unterstützen die Vorstellung, daß eine reduzierte ovarielle Reserve kausal mit der Geburt eines Kindes mit Down-Syndrom im Zusammenhang stehen könnte. Es besteht eine große Überlappung der FSH und Inhibin B-Spiegel im Blut von betroffenen und Kontrollfrauen, so daß basale FSH-Spiegel nicht als spezifische Marker vorzeitiger ovarieller Alterung im Hinblick auf das Down-Syndrom-Risiko gelten können. Die intrafollikulären Mechanismen (Granulosa-Zell/Oozyten-Interaktion) bezüglich der Entstehung eines Meiose-Fehlers sind bisher nicht geklärt.
Literatur
Eichenlaub-Ritter U (1996)
Parental age-related aneuploidy in human germ cells and offspring: a story of past and present. Environ Mol Mutagen. 28:211-236. Review.
Van Montfrans JM, van Hooff MH, Martens F, Lambalk CB. (2002)
Basal FSH, estradiol and inhibin B concentrations in women with a previous Down's syndrome affected pregnancy. Hum Reprod. 17:44-47.