3. IVF/ICSI: Verhinderung von Zwillingsschwangerschaften. Der Weg hin zum Transfer von nur einem Embryo.
Während zu Beginn der Ära der In-vitro-Fertilisation das Erzielen einer Schwangerschaft als Ausdruck einer erfolgreichen Therapie galt und das Risiko von Mehrlingsschwangerschaften in Kauf genommen wurde, wird nunmehr zunehmend das Eintreten einer Mehrlingsschwangerschaft als eine der schwerwiegenden Komplikationen der Therapie betrachtet. Mehrlingsschwangerschaft bedeutet eine erhöhtes Risiko für die Gesundheit von Mutter und Kindern, die vor allem durch Frühgeburtlichkeit lebenslang geschädigt werden können. Hinzu kommen die sozio-psychologischen Probleme und nicht zuletzt die Folgekosten.
Zur Vermeidung von Drillingsgraviditäten haben viele medizinische Gesellschaften empfohlen, bei jüngeren Frauen mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit nur zwei Embryonen zu transferieren. Die Kulturbedingungen und insbesondere die Kenntnisse über die Präimplantationsembryologie haben sich jedoch inzwischen soweit verbessert, daß selbst nach Transfer von nur zwei Embryonen die Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsgravidität bei über 20% liegt. In diesem Kollektiv von Frauen geht die Tendenz zum Transfer von nur einem Embryo. Wenn die Embryonen im 4 – 8-Zell-Stadium nach modernen Kriterien in ihrer Qualität beurteilt werden und ein sehr guter Embryo transferiert wird, dann liegen die Schwangerschaftsraten in einem Bereich von 30-35% bei sicherem Ausschluß einer Zwillingsgravidität. Bei gleichzeitig konsequenter Entwicklung und Anwendung der Kryokonservierung läßt sich die Schwangerschaft pro Punktion und sequentiellem elektiven Transfer von nur einem Embryo weiter steigern. Diese Vorgehen kann allerdings nur bei Frauen mit guter ovarieller Reaktion angewendet werden.
Literatur
ESHRE Campus Course Report (2001) Prevention of twin pregnancies after IVF/ICSI by single embryo transfer. 16: 790-800
4. Aromataseinhibitor zur Ovulationsinduktion nach Clomiphenversagen
Untersucht wurde der ovulationsauslösende Effekt des Aromatasehemmers Letrozol bei Frauen, die sich als Clomiphenversager erwiesen hatten. Unter Clomiphen-Citrat-(CC)-Behandlung traten bei PCOS in 8 von 18 Zyklen Ovulationen auf (44%). Am Tag der HCG-Gabe betrug die Endometriumsdicke < 5 mm. Bei 10 Frauen mit ovulatorischer Infertilität führte CC in 15 Behandlungszyklen im Mittel zu 2,5 reifen Follikeln bei einer Endometriumsdicke von < 5 mm. Unter Letrozol (2,5 mg/Tag von Tag 3-5) kam es bei den selben Patientinnen in der Gruppe derer mit PCOS in 9 von 12 Zyklen zur Ovulation (75%), wovon 3 (25%) konzipierten. In der Gruppe der Frauen mit ovulatorischer Infertilität kam es im Mittel zur Ausreifung von 2,3 Follikeln mit einer Endometriumsdicke von 8 mm. Eine Patientin konzipierte (10%). Die orale Verabfolgung des Aromatasehemmers Letrozol eignet sich zur Ovulationsinduktion bei Frauen mit PCOS und ovulatorischer Sterilität. Da es keinen Effekt auf der Östrogenrezeptorebene entfaltet, entfallen die negativen Effekte des CC auf der Ebene des Endometriums.
Literatur
Mitwally MFM, Casper RF (2001) Use of an aromatase inhibitor for induction of ovulation in patients with an inadequate response to clomiphene citrate. Fert. Steril. 75: 305-309