3. Methoden für die Vorhersage der Entstehung von Blastozysten
Die Blastozyste ist ein unabdingbares Durchgangsstadium zur erfolgreichen Implantation. Es ist das Ziel der Assistierten Reproduktion einen solchen Embryo zu finden und zu transferieren. Es gibt verschiedene Methoden, um auf den jeweiligen Stufen der Entwicklung von der Eizelle, über den Präembryo bis zum frühen Teilungsembryo diese Identifizierung zu sichern. Die sicherste Voraussagekraft hinsichtlich des Entstehens einer Schwangerschaft bietet allerdings erst die Blastozyste selbst.
Kommentar von Ferticonsult:
Neulich wurde in zwei deutschen Fachorganen erneut der Wert der Blastozystenkultur unter den Bedingungen des deutschen Embryonenschutzgesetzes (EschG) in Frage gestellt.
Unseres Erachtens haben die Kinderwunschpaare, die sich der Assistierten Reproduktion (IVF und ICSI oder evtl sogar IMSI) anvertrauen, einen Anspruch darauf zu erfahren, ob sich während ihrer Behandlung überhaupt Blastozysten und wenn ja, wie viele Blastozysten und mit welcher Qualität entwickeln. Denn sie sind es ja, die letztlich nach Beratung durch den Arzt darüber zu entscheiden haben, ob sie eine Therapie nach Misserfolg(en) fortsetzen wollen, ob sie die Zahl der Embryonen in einem Folgezyklus erhöht haben wollen (von zwei auf drei) etc. Wie soll ein Arzt kompetent beraten, wenn er noch nicht einmal weiß, ob das reproduktionsbiologische Potential eines Paares zur Entwicklung von Blastozysten unter den Bedingungen des EschG überhaupt gegeben?
Prof. Dr. med. G. Leyendecker
Literatur
Guerif F, Le Gouge A, Giraudeau B, Poindron J, Bidault R, Gasnier O, Royere D.
Limited value of morphological assessment at days 1 and 2 to predict blastocyst development potential: a prospective study based on 4042 embryos.
Hum Reprod. 2007 Jul;22(7):1973-81.
4. Erhöhte Östrogenaktivität in Endometrioseherden: Durch Östrogen hochreguliertes Tenascin in Endoemetrioseherden.
Tenascin ist ein Glykoprotein der extracellulären Matrix (ECM) und findet sich überall im Körper unter anderem auch im Endometrium mit hoher Expression im proliferierenden Endometrium. Tenascin findet sich stark exprimiert in Endometrioseherden und wird von Östrogen hochreguliert. Dies ist ein weiterer Beleg dafür, dass in Endometrioseherden eine verstärkte parakrine Östrogenaktivität besteht.
Kommentar von Ferticonsult:
Bereits früher wurde gezeigt, dass ein östrogen-abhängiges Gen (Cyr61) im Vergleich zu dem Endometrium gesunder Frauen im Endometrium von Frauen mit Endometriose und in den Endometrioseherden dieser Frauen extrem hochreguliert ist. Die Ursache(n) des archimetralen Hyperöstrogenismus bei Endometriose steht m. E. im Fokus der Endometrioseforschung (sieh auch unter 2.).
Prof. Dr. med. G. Leyendecker
Literatur
Tan O, Ornek T, Seval Y, Sati L, Arici A.
Tenascin is highly expressed in endometriosis and its expression is upregulated by estrogen.
Fertil Steril. 2008 May;89(5):1082-9. Epub 2007 Aug 6.