4. Polycystic Ovarian Disease (PCOD) durch pulsatiles GnRH induziert
Hereditäre Faktoren bestimmen die Entwicklung eines PCO-Syndroms. Die Symptomatik manifestiert sich erst mit und nach dem Eintritt der Pubertät durch zunehmenden Hirsutismus, Zyklusstörungen, Hyperandrogenämie und dem sonographischen Bild der polyzystischen Ovarien. Die Pubertät setzt normalerweise durch Beginn der pulsatilen Abgabe von GnRH aus dem Hypothalamus ein. Die primäre hypothalamische Amenorrhoe beruht auf einem Mangel an endogenem GnRH. Durch pulsatile Zufuhr von GnRH lassen sich ovulatorische Zyklen aufbauen und Schwangerschaften induzieren. Bei einigen dieser Patientinnen entwickelten sich nach wenigen Zyklen die Charakteristika des PCOS mit ansteigendem Testosteronspiegel und beginnender Anovulation, obwohl die pulsatile Zufuhr in Dosis und Frequenz der einzelnen Pulse nicht geändert wurde. Diese Beobachtungen unterstützen die Auffassung, dass das PCOS auf einem ovariellen, genetisch-metabolischem Defekt in der Steroidbiogenese beruht, der sich mit Beginn der ovariellen Stimulation durch die Gonadotropine endokrinologisch und klinisch manifestiert.
Literatur
Mattle V, Bilgyicildirim A, Hadziomerovic D, Ott HW, Zervomanolakis I, Leyendecker G, Wildt L.
Polycystic ovarian disease unmasked by pulsatile GnRH therapy in a subgroup of women with hypothalamic amenorrhea.
Fertil Steril. 2008 Feb;89(2):404-9. Epub 2007 Jun 21
5. Ovarialprotektion während einer Chemotherapie
Die vorgelegte Studie betrifft den Erhalt der Fortpflanzungsfähigkeit bei jungen Frauen, die wegen eines Hodgkin-Lymphoms (HL) chemotherapeutisch behandelt werden müssen. Durch eine Downregulation mit einem GnRH-Analogon parallel zur Chemotherapie stellte sich nach Beendigung der Chemotherapie signifikant häufiger wieder eine zyklische Ovarialfunktion ein als ohne diese Parallelbehandlung. Neben reproduktionsmedizinischen Maßnahmen (Kryokonservierung von Ovarialgewebe und von Eizellen im PN-Stadium oder Embryonen) sollte die Ovarialprotektion durch GnRH-Analogie unter Chemotherapie zum Behandlungskonzept des HL bei jungen Frauen gehören.
Literatur
Blumenfeld Z, Avivi I, Eckman A, Epelbaum R, Rowe JM, Dann EJ.
Gonadotropin-releasing hormone agonist decreases chemotherapy-induced gonadotoxicity and premature ovarian failure in young female patients with Hodgkin lymphoma.
Fertil Steril. 2008 Jan;89(1):166-73. Epub 2007 Jun 28.