3. Wirkung der Endometriose auf IVF/ICSI-Ergebnisse: Schwere Endometriosen (Stadium III/IV) verschlechtern die kumulativen Schwangerschafts- und Lebendgeburtsraten.
Im IVF-Programm haben Frauen mit schwerer Endometriose (Stadium III und IV) eine schlechtere Prognose hinsichtlich Schwangerschaft und Lebendgeburt als solche mit einer geringergradigen Endometriose (Stadium I und II) oder reiner tubarer Sterilität. Die respektiven Schwangerschaftsraten betrugen 22,6%, 40,0% und 36,6%. Nach 1-4 IVF/ICSI-Behandlungen unter Einschluss von Zyklen nach Kryokonservierung wurden 56,7% der Frauen mit schwerer Endometriose schwanger und 40,3% hatten eine Lebendgeburt. Die korrespondierenden Zahlen bei leichter bis moderater Endometriose betrugen 67,7% und 55,8% und bei den Kontrollen 81,6% und 43,7%. Diese schlechtere Prognose bei schwerer Endometriose rechtfertigt den Transfer von zwei Embryonen.
Kommentar Ferticonsult: Man muss davon ausgehen, dass die Frauen mit schwere Endometriose auch eine ausgeprägtere Adenomyose haben mit einem entsprechenden direkten Effekt auf die Oozytenreifung über das utero-ovarielle Gegenstromsystem. Hierzu siehe auch die Ergebnisse aus der Arbeitsgruppe von Kleinstein (Magdeburg), die eine Verbesserung der ART-Resultate bei schwerer Endometriose nach 2-6 Monaten GnRH-Analogatherapie beobachteten (temporäre Austrocknung der Adenomyoseherde ?)
Literatur
Kuivasaari P, Hippelainen M, Anttila M, Heinonen S. Effect of endometriosis on IVF/ICSI outcome: stage III/IV endometriosis worsens cumulative pregnancy and live-born rates. Hum Reprod. 2005 Jul 8;